Der Flur, der mehr kann: Warum ich meinen Hausflur in ein Gästezimmer verwandelt habe

Wenn Besuch kommt und die Couch im Wohnzimmer belegt ist, wird der Flur plötzlich zur wichtigsten Raumschmaus im Haus. Ich habe das selbst erlebt, als meine Schwester mit ihrer Familie für ein Wochenende vor der Tür stand und ich in meiner Dreizimmerwohnung einfach keinen Platz für drei Extrapersonen hatte. Also begann ich, den 2,50 Meter langen Hausflur umzudenken. Statt ihn als bloßen Durchgang zu verschwenden, baute ich ein kompaktes System aus einem schmalen, aber funktionalen Sofa ein. Die Grundidee: tagsüber dient die Sitzbank als Ablage für Jacken und Taschen, nachts wird sie zum Bett. Der Clou dabei war die Wahl einer soliden, aber nicht zu aufwendigen Konstruktion. Ich entschied mich für ein Modell mit einem festen Gestell und einer dünnen, aber ausreichenden Polsterung, die weder zu weich noch zu hart wirkt.

Das Herzstück meiner hallway design Lösung ist ein cleverer Kombimechanismus. Ich habe ein spezielles Sofa mit einem Click-Clack-Mechanismus installiert, das sich mit einem einfachen Handgriff in eine Liegefläche verwandeln lässt. Das funktioniert so, dass die Rückenlehne nach hinten kippt und die Sitzfläche nach vorne gleitet. Kein schweres Heben mehr wie bei alten Klappsofas, kein Fluchen, wenn die Mechanik klemmt. Die Liegefläche entsteht dabei auf einer stabilen Unterlage, die aus einem verzinkten Metallrahmen und einem robusten Lattenrost besteht. Der Lattenrost ist hier nicht nur eine Nettigkeit, sondern die Basis für guten Schlaf. Ich habe einen extra für die Couch gekauft, der aus 28 federnden Holzleisten besteht und sich dem Körpergewicht anpasst. Darauf liegt eine spezielle 10-Zentimeter-Foam-Matratze, die ich mit einem Bezug aus Mikrofaser überzogen habe.

Doch der wahre Geniestreich liegt im Detail: dem Stauraum. In einem schmalen Flur von nur 1,20 Metern Breite darf nichts herumstehen. Deshalb habe ich das Sofa so ausgewählt, dass es unten einen großen Kasten hat, der sich wie eine Schublade nach vorne ziehen lässt. Dort verstaut ich das gesamte Bettzeug: zwei Kissen, eine Wolldecke und ein dünnes Laken. Für die Kinder gibt es sogar ein kleines, aufrollbares Schlafkissen, das mit Schaumstoff gefüllt ist. Der Vorteil: Kein umständliches Tragen von Bettzeug aus dem Schlafzimmer, wenn der Besuch müde ist. Die Schublade ist tief genug, um auch mal eine zusätzliche Tagesdecke für den Winter aufzunehmen. Wer mehr Platz braucht, könnte sogar ein Bett mit Stauraum im unteren Teil einbauen, das aber bei mir wegen der Raumhöhe von nur 2,20 Metern nicht in Frage kam.

Die Wahl des Materials war für mich ein entscheidender Punkt. Der Flur ist der meistgenutzte Raum der Wohnung: Schuhe, Rucksäcke, nasser Regenschirm – all das landet hier. Also kein heller Stoff, der nach drei Wochen aussieht wie ein Schlachtfeld. Ich griff zu einer samtigen Velours-Oberfläche. Velvet-Upholstery ist nicht nur weich und angenehm anzufassen, sondern auch erstaunlich schmutzabweisend. Ein Fleck vom Kaffee lässt sich mit einem feuchten Tuch abtupfen, ohne dass ein Wasserrand zurückbleibt. Die Farbe wählte ich in einem gedeckten Olivgrün, das weder zu dominant wirkt noch die schmale Wand optisch verkleinert. Dazu kombinierte ich eine Garderobe aus hellem Holz und einen schmalen Spiegel, der den Raum größer erscheinen lässt. Die Kombination aus grünem Velours und warmem Holz schafft eine Atmosphäre, die einlädt, sich hinzusetzen – auch wenn man nur kurz die Schuhe wechselt.

Aber bleiben wir bei der Praxis. Wenn ich Gäste habe, muss das Ganze schnell gehen. Ich drücke die Rückenlehne des Sofas nach unten, der Click-Clack-Mechanismus rastet ein, und innerhalb von zehn Sekunden liegt die Liegefläche aus dem Lattenrost und der Foam-Matratze frei. Die Umwandlung von Sitzbank zu keine fünf Minuten inklusive Beziehen. Das ist ein Riesenvorteil gegenüber einem klassischen Sofa-Bett, bei dem man oft erst das Sitzpolster abnehmen und dann einen separaten Rahmen ausklappen muss. Bei meinem Modell ist alles aus einem Guss. Der einzige Nachteil: Die Liegefläche ist mit 140 x 200 cm zwar für eine Person ausreichend, aber für zwei Erwachsene auf Dauer zu schmal. Für ein Kind oder einen einzelnen Übernachtungsgast reicht es völlig aus. Ich habe schon mehrfach getestet, wie fest die Matratze ist, und sie bietet einen guten Mittelweg zwischen Stütze und Weichheit.

Ein weiteres Problem, das ich im Vorfeld nicht bedacht hatte, war die Höhe der Sitzfläche. In vielen Fluren stehen die Leute im Stehen, und wenn das Sofa zu niedrig ist, sieht es aus wie ein Kindermöbel. Meins hat eine Sitzhöhe von 45 Zentimetern, was genau der Standardhöhe eines Esszimmerstuhls entspricht. So kann man sich bequem hinsetzen, um die Schuhe anzuziehen, ohne sich tief bücken zu müssen. Die Rückenlehne ist mit 70 Zentimetern hoch genug, um den Rücken zu stützen, aber nicht so hoch, dass sie den Durchgang blockiert. Das gesamte Sofa hat eine Tiefe von nur 50 Zentimetern im geschlossenen Zustand. Das ist schlank genug für einen Gang von 1,10 Metern Breite. Man kann noch bequem daran vorbeigehen, ohne sich an der Wand entlangquetschen zu müssen.

Für diejenigen, die wenig Platz haben, bietet sich die Option eines regulären Pull-out Sofas an, das noch mehr Liegefläche bietet, weil es die Sitzfläche komplett nach vorne zieht. Aber das benötigt eine Tiefe von mindestens 80 Zentimetern im ausgeklappten Zustand, was in einem schmalen Flur oft nicht realisierbar ist. Mein Click-Clack-Sofa hingegen braucht nur die Tiefe des geschlossenen Möbels plus einen Schritt Abstand zum Aufklappen. Ich habe die Maße vor dem Kauf penibel aufgemessen, sogar mit einem Zollstock auf dem Boden markiert. Die Investition hat sich gelohnt. Seitdem habe ich keinen einzigen Gast mehr auf einer aufblasbaren Luftmatratze schlafen lassen müssen. Das Gefühl, wenn jemand sagt: „Echt, hier ist ein Bett? Das ist ja bequemer als mein eigener Lattenrost”, ist unbezahlbar.

Abschließend ein praktischer Tipp: Wer diesen Weg gehen will, sollte unbedingt auf einen Bezug achten, der abnehmbar ist. In einem Flur setzt sich Staub und Dreck viel schneller ab als in einem Wohnzimmer. Mein Velours-Bezug hat einen Reißverschluss, ich kann ihn abziehen und bei 30 Grad waschen. Das ist alle drei Monate nötig, weil die Oberfläche mit der Zeit etwas flusig wird. Auch die Foam-Matratze sollte einen eigenen Bezug haben, den man regelmäßig reinigen kann. Ich habe gelernt, dass man bei der hallway design nicht nur auf die Optik, sondern auf die Wartbarkeit achten muss. Denn im Alltag nutzt man den Flur täglich. Und wenn dann noch die Möglichkeit besteht, jemandem eine echte Bettstatt zu bieten, anstatt nur einen Platz auf der Couch, dann hat sich die ganze Planung mehr als gelohnt.

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